Der Niagara River

Der Niagara River ist ein Fluss in Nordamerika. Er fließt vom Eriesee in den Ontariosee. Er bildet die Grenze zwischen der Provinz Ontario in Kanada und dem Bundesstaat New York der USA. Der Fluss ist etwa 56 km lang und beinhaltet die Niagarafälle. Der Fluss verliert in seinem Verlauf 99 Meter Höhe. Im Fluss liegen zwei große Inseln, Grand Island und Goat Island, beide zu den USA gehörend. Goat Island und das kleine Luna Island teilen die Niagara-Fälle in drei Teile, die Horseshoe, Bridal Veil und American Falls genannt werden. Navy Island liegt nahe dem Nordende von Grand Island, Strawberry Island südöstlich von Grand Island.

Die Schifffahrt auf den Großen Seen umgeht den Fluss und die Fälle durch den Welland-Kanal auf der kanadischen Seite, der ein Teil des sogenannten Saint Lawrence Seaway ist. Der Niagara River und sein Seitenfluss Tonawanda Creek bilden den letzten Abschnitt des Erie-Kanals, der über den Niagara River in den Eriesee mündet.

Vier Übergänge über den Fluss bilden gleichzeitig Grenzübergänge zwischen den USA und Kanada.
- Die Peace Bridge verbindet den Interstate Highway I-190 in Buffalo, New York, mit dem Queen Elizabeth Way (QEW) in Fort Erie, Ontario.
- Die Rainbow Bridge verbindet Niagara Falls, New York, mit Niagara Falls, Ontario.
- Die Whirlpool Rapids Bridge, oder Whirlpool Bridge, verbindet ebenfalls die beiden Städte.
- Die Lewiston-Queenston Bridge verbindet den I-190 in Lewiston, New York, mit dem Highway 405 in Queenston, Ontario.

Daneben gibt es auch drei Eisenbahnübergänge. Wichtige Städte am Niagara River sind (von Süden her):
- Buffalo, New York
- Fort Erie, Ontario
- Lewiston, New York
- Niagara Falls, New York
- Niagara Falls, Ontario
- Niagara-on-the-Lake, Ontario
- Queenston, Ontario

Der Niagara River wird vor den Niagara Fällen durch Goat Island aufgeteilt.



Der Niagara River fließt unterhalb der Fälle zwischen steilen Abhängen. Die Schlucht ist 11 km lang und beginnt gleich nach Fällen. Innerhalb dieses Engpasses befinden sich die Whirlpool Rapids, die nach dem gewaltigen Wirbelbecken heißen, das sich an ihrem Ende gebildet hat. Die Stromschnellen sind 1,6 km lang, man sieht sie am besten von Canyon-Grund aus, den man mittels des Great Gorge Adventure erreicht. Die Besucher kommen über einen 70 Meter tiefen Aufzug in die untere Schlucht und dort zu einem 73 Meter langen Tunnel. Wenn sie erstmal am Rand der Stromschnellen sind, können sie dieses gewaltige Schauspiel auf sich wirken lassen und auf einem langen Steg an ihnen entlangwandern.



Jetzt strömt der Fluß in das Whirlpoolbecken

Niagara-on-the-Lake
Niagara-on-the-Lake (Einwohnerzahl 13.839 im Jahr 2001) ist eine kanadische Stadt in Ontario an der Mündung des Niagara River in den Ontariosee. Sie liegt gegenüber der US-amerikanischen Stadt Youngstown (New York). Die nächste größere Stadt ist St. Catharines. Weingut Peller Estates in Niagara-on-the-lake vergrößern Weingut Peller Estates in Niagara-on-the-lake. Der ursprüngliche Name der Siedlung war Butlersburg, bevor sie im Jahr 1781 den Namen Newark erhielt, als im Verlauf des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges Loyalisten aus den USA nach Norden flohen.

Im Jahr 1792 wurde Newark nach seiner Umbenennung in Niagara für kurze Zeit die Hauptstadt von Oberkanada, verlor diesen Titel aber an Toronto, da die Stadt durch ihre unmittelbare Nähe an der US-Grenze gefährdet schien. Während des Krieges von 1812 wurde die Stadt von US-Truppen eingenommen und zerstört, bevor diese sich wieder zurückzogen. Die Stadt wurde von den Briten wieder aufgebaut und hat heute noch viel von seinem historischen Charme. Der Name Niagara wurde im Jahr 1880 in den heutigen Namen Niagara-on-the-Lake umbenannt, um sie von der Stadt Niagara Falls zu unterscheiden.

Niagara-on-the-Lake, angeblich die "schönste Stadt Kanadas", ist heute ein touristischer Anziehungspunkt. Die Stadt richtet regelmäßig das bekannte Shaw-Festival aus. Niagara-on-the-Lake gilt außerdem als berühmtestes Weinanbaugebiet Kanadas. Relativ mildes Klima und gute Böden bringen qualitativ hochwertige Weine hervor, preisgekrönt ist der Eiswein. Zu den meist angebauten Rebsorten gehören Riesling, Müller-Thurgau, Zinfandel und Merlot. Siehe hierzu auch den Artikel Weinbau in Kanada.

Fort Niagara
Fort Niagara ist eine bis in das 17. Jahrhundert zurückgehende Festungsanlage an der Mündung des Niagara River in den Ontariosee auf dem Gebiet der Stadt Youngstown im US-Bundesstaat New York. Aufgrund ihrer strategischen Bedeutung spielte sie in mehreren Kriegen eine Schlüsselrolle.

Unter französischer Herrschaft
Als erste Befestigung am Standort von Fort Niagara ließ der französische Entdecker René-Robert Cavelier, Sieur de La Salle im Frühjahr 1679 das Fort Conti errichten, da es sich als Zwischenstation für Schiffe eignete, die Nachschub über den See nach Fort Frontenac brachten, eine wichtige Basis La Salles. Benannt war es nach Louis Armand de Bourbon, Prince de Conti. Das Fort wurde jedoch noch im selben Jahr durch ein Feuer zerstört. Zum Bau eines zweiten Forts kam es im Sommer 1687 durch Jacques-Rene de Brisay, Marquis de Denonville, den Gouverneur von Neufrankreich (Kanada). Denonville führte einen Feldzug gegen die zum Stammesverbund der Irokesen gehörenden Seneca; das Fort sollte deren Unterwerfung dienen. Die 100 Mann umfassende Garnison wurde jedoch durch Kälte, Hunger und Krankheiten so dezimiert, dass die Ablösung im Frühjahr 1688 nur noch 12 Überlebende vorfand. Daraufhin wurde das Fort wegen seiner isolierten Lage aufgegeben und zerstört.

Im Zuge der Kolonialkriege mit Großbritannien am Ende des 17. und Anfang des 18. Jahrhunderts begannen die Franzosen den Bau einer Reihe von Befestigungen, mit denen sie die Briten aus dem Gebiet der Großen Seen fernhalten wollten. In diesem Zusammenhang bauten sie 1726 mit der Erlaubnis der Irokesen in der Nähe einer 1720 von dem Händler Louis-Thomas Chabert de Joncaire angelegten Niederlassung am Standort von Fort Denonville ein Steinhaus mit einer Palisadenbefestigung (heute French Castle). Es diente als Niederlassung für den lukrativen Pelzhandel und Standort einer kleinen französischen Garnison. Während des Österreichischer Erbfolgekriegs verstärkten die Franzosen die Befestigungen, zu Kämpfen kam es jedoch nicht.

Während des folgenden Friedens war Fort Niagara Ausgangspunkt verschiedener Unternehmungen, mit denen die Franzosen ihre Herrschaft im Tal des Ohio abzusichern versuchten und eine Kette von Forts vom Eriesee bis Fort Duquesne (heute Pittsburgh) anlegten. Nach dem Ausbruch des Franzosen- und Indianerkriegs (Siebenjähriger Krieg) 1754 war das Fort einer der wichtigsten französischen Stützpunkte an den Großen Seen. Deshalb gab es schon 1755 einen Vorstoß britischer Miliztruppen unter General William Shirley, der jedoch aufgrund zahlreicher Verzögerungen nur bis Fort Oswego kam und abgebrochen werden musste. Daraufhin begannen die Franzosen mit umfangreichen Verstärkungen des Forts, das mit Bastionen umgeben, vergrößert und mit Kapazitäten für mehr Truppen versehen wurde. In den folgenden Jahren war Fort Niagara Basis für zahlreiche Angriffe der mit den Franzosen verbündeten Indianer auf die britischen Kolonien. Notwendig für die Sicherheit der Franzosen war die Neutralität der Irokesen. Nachdem es jedoch dem britischen Indianer-Superintendenten Sir William Johnson Ende 1758 gelang, diese auf seine Seite zu ziehen, zögerten die Briten nicht lange mit einem Angriff auf Fort Niagara.

Die Franzosen erwarteten einen Angriff und bereiteten sich darauf vor, indem sie Verstärkungen schickten und die Befestigungen verstärkten. Im Sommer 1759 stieße eine britische Armee unter Brigadegeneral John Prideaux von Albany in Richtung der Großen Seen vor. Ein Teil dieser Armee aus 2.000 Soldaten und 1.500 Irokesen unter dem Kommando von Johnson, der nach dem Tod von Prideaux das Gesamtkommando übernahm, begann am 6. Juli die Belagerung des von 600 Franzosen verteidigten Forts. 1.500 Franzosen und Indianer versuchten am 24. Juli, den Belagerungsring zur durchbrechen, erlitten aber eine verlustreiche Niederlage und mussten sich zurückziehen. Daraufhin blieb dem Kommandanten, Hauptmann Pierre Pouchot, nichts anderes als die Kapitulation, die am 25. Juli 1759 erfolgte.

Unter britischer Herrschaft
Die britische Garnison von Fort Niagara war zunächst in einer heiklen Situation. Die Versorgung dieses isolierten Außenpostens war so schwierig, dass im Winter 1759-1760 eine Skorbutepidemie ausbrach, der bis Frühjahr 1760 150 Soldaten zum Opfer fielen. Mit dem Zusammenbruch des französischen Widerstand im Laufe dieses Jahres veränderte sich die Rolle von Fort Niagara hin zu der eines Nachschubdepots und Verkehrsknotenpunkts für die Siedlungen und Forts im Bereich der Oberen Seen. Gleichzeitig fanden hier auch Verhandlungen statt, mit denen das Verhältnis zu den zuvor mit den Franzosen verbündeten Indianerstämmen der Großen Seen verbessert werden sollten. Diese Bemühungen blieben erfolglos, und der steigende Unwille vieler Stämme über ihre Behandlung durch die Briten führte im Frühjahr 1763 zum Pontiac-Aufstand, währenddessen sie acht britische Forts überrannten, die großen Festungen Fort Pitt und Fort Detroit belagerten und die britische Herrschaft über das Ohiotal zum Einsturz brachten. Fort Niagara selbst wurde nicht angegriffen und spielte eine wichtige Rolle als Ausgangspunkt für Nachschub nach Detroit. Nicht weit entfernt erlitten die Briten die schwerste Niederlage dieser Auseinandersetzung, als ein Wagenzug mit Nachschub für Detroit in der Nähe des Devil’s Hole bei den Niagarafällen in einen Hinterhalt der Seneca geriet, die auch eine zu Hilfe geschickten Truppe aus Fort Schlosser vernichteten, wobei insgesamt etwa 80 Soldaten fielen. Im Sommer 1764 zogen die Briten eine Expedition unter Oberst John Bradstreet in Fort Niagara zusammen, mit der Detroit entsetzt und der Aufstand an den Großen Seen beendet werden sollte. Gleichzeitig führte Sir William Johnson mit den Stämmen der Oberen Seen Verhandlungen am Fort, die dazu führten, dass viele von ihnen ihre Freundschaft mit den Briten erneuerten. Bradstreets Truppen konnten ohne großen Widerstand nach Detroit vorstoßen, und die Indianer gaben ihren Kampf auf, ohne dass es noch zu größeren Auseinandersetzungen gekommen wäre.

In Fort Niagara beschränkte man sich in den nächsten zehn Jahren darauf, die Befestigungen soweit intakt zu halten, dass sie Indianerangriffen (ohne Artillerie) widerstehen konnten. Deswegen zerfielen Teile des Forts. Erneute militärische Bedeutung begann es ab 1775 mit dem offenen Ausbruch des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs. Die Garnison sicherte - ähnlich wie ihre französischen Vorgänger - den Weg zu den Großen Seen, beschützte den Handel, soweit er durch den Krieg nicht zum Erliegen gekommen war, und diente der Unterstützung militärischer Operationen im Westen. Von Fort Niagara aus führten die mit den Briten verbündeten Irokesen und loyalistische (d.h. der britischen Krone treue Kolonisten) Freikorps - insbesondere die 1777/78 aufgestellten Butler’s Rangers - eine Reihe von verheerenden Angriffen auf Siedlungen in den Staaten New York und Pennsylvania aus.. Durch den amerikanischen Vorstoß nach Kanada (Schlacht bei Québec) war Fort Niagara 1775 eine Zeit lang isoliert, wurde aber nicht direkt bedroht. 1777 waren Teile der Garnison an einem Vorstoß in das Tal des Mohawk River beteiligt, der General John Burgoynes unglücklichen Saratoga-Feldzug unterstützen sollte. Amerikanische Truppen unter General John Sullivan stießen 1779 in die Region vor, um die Irokesen für ihre Angriffe zu bestrafen, griffen das Fort aber nicht an. Die Briten mussten im Winter dieses Jahres die Irokesen von Fort Niagara aus versorgen, da deren Dörfer und Ernten durch Sullivans Feldzug weitgehend zerstört worden waren. Bis zum Ende des Krieges blieb Fort Niagara jedoch eine Ausgangsbasis für Überfälle in amerikanisches Gebiet, eine Durchgangsstation für die aus den USA vertriebenen „Loyalisten“ und ebenso für Kriegsgefangene auf dem Weg nach Kanada. Hier wurden auch hunderte von durch die Irokesen verschleppte amerikanische Zivilisten von den Briten freigekauft. Eine wichtige Rolle spielte das Fort auch für nachrichtendienstliche Zwecke; von hier aus wurden amerikanische Truppenbewegungen ausgespäht und Nachrichten nach Kanada weiter geleitet.

Nach der britischen Niederlage in der Schlacht bei Yorktown 1781 war der Krieg zwar entschieden, die Feindseligkeiten zogen sich an der Grenze jedoch noch bis zum Abschluss des Friedensvertrags von Paris 1783 hin. Der in diesem Vertrag festgelegten Grenzziehung zufolge lag Fort Niagara auf amerikanischem Gebiet und musste von den Briten geräumt werden. Aufgrund von Streitigkeiten über die Klauseln des Vertrags verzögerte sich die Räumung des Forts und anderer britischer Stützpunkte wie Detroit erheblich. Erst im Jay-Vertrag von 1794/95 kam es zu einer Einigung, der zufolge Fort Niagara und andere britische Stützpunkte zum 1. Juni 1796 an die USA übergeben werden sollten. Deshalb zogen im Sommer 1796 amerikanische Truppen in Fort Niagara ein.

Unter amerikanischer Herrschaft
In das bislang nur von Indianern bewohnte Gebiet um Fort Niagara strömten in den folgenden Jahren zahlreiche amerikanischer Siedler. Mehrere Städte entstanden. Militärisch befand sich die US-Garnison in einer heiklen Lage, da die Briten auf der anderen Seite des Niagara Fort George errichteten, das zwar aus Holzpalisaden bestand, aber höher lag und deshalb die Position von Fort Niagara artilleristisch beherrschte, dessen Befestigungen zudem auf einen Angriff von der Landseite her ausgerichtet waren und deshalb wenig Schutz boten. Die nächsten US-Truppen lagen hingegen in Oswego, 150 Meilen entfernt.

Als der britisch-amerikanische Krieg von 1812 ausbrach, war Fort Niagara unterbesetzt und in schlechtem Zustand und somit kaum auf einen Krieg vorbereitet. In Anbetracht seiner prekären Lage schloss der Kommandeur Nathaniel Leonard einen Waffenstillstand mit den Briten ab, der es diesen erlaubte, Truppen abzuziehen und mit diesen Detroit zu erobern. Nach dem Ablaufen des Waffenstillstands nutzten die Amerikaner Fort Niagara als Ausgangsbasis für eine Invasion in Kanada, erlitten aber nach der Überquerung des Niagara in der Schlacht von Queenston Heights am 13. Oktober 1812 eine schwere Niederlage. Im Zuge dieser Gefechte kam es zu einem Artillerieduell zwischen Fort Niagara und Fort George, bei dem ersteres unter so schweres Feuer geriet, dass die US-Soldaten das Fort räumen mussten. Ein weiteres Gefecht dieser Art ereignete sich am 21. November.

Nach intensiven Vorbereitungen gingen die USA im Frühjahr 1813 erneut zum Angriff über. Nach einem heftigen Bombardement von Fort George, das am 25. Mai begann, überschritt eine Armee unter Generalmajor Henry Dearborn am 27. Mai den Niagara und vertrieb die Briten aus den Ruinen von Fort George. Die Invasoren wurden bei ihrem Vorstoß jedoch in den Schlachten bei Stoney Creek (6. Juni) und Beaver Dams (24. Juni) geschlagen und zum Rückzug auf den Niagara gezwungen. Im Dezember räumten US-Truppen auch Fort George und brannten nicht nur dieses, sondern auch die Stadt Newark nieder, was die Briten zu entsprechenden Racheakten veranlasste. Da auch Fort Niagara durch den Abzug zahlreicher Soldaten geschwächt war, unternahmen die Briten in der Nacht vom 18. auf den 19. Dezember einen Überraschungsangriff, der durch laxe amerikanischen Sicherheitsvorkehrungen erleichtert wurde. Den Briten gelang es, das Tor während des Wachtwechsels zu besetzen und die Garnison nach einem harten Kampf, bei dem 65 der 433 Amerikaner getötet wurden, zur Aufgabe zu zwingen. Der Kommandeur Leonhard, der bei seiner Familie im nahen Lewiston übernachtet hatte, wurde am nächsten Morgen von der britischen Torwache gefangen genommen, als er seinen Dienst wieder antreten wollte. Seine Gefangennahme bewahrte ihn vor einem Kriegsgerichtsverfahren. Zur Vergeltung für die amerikanischen Ausschreitungen in Newark zerstörten die Briten systematisch die Orte im Umland von Fort Niagara. Einen amerikanischen Rückeroberungsversuch gab es nicht; die Festung blieb bis zum Ende des Krieges in britischer Hand. Am 22. Mai 1815 übernahmen wieder amerikanische Truppen das Fort, die Briten zogen sich nach Fort George und in das neu angelegte Fort Mississauga zurück. Das rasche Ende der Spannungen mit Großbritannien verhinderte, dass groß angelegte Ausbaupläne für Fort Niagara umgesetzt wurden.

Nach der Fertigstellung des Eriekanals 1825 verlor der Niagara seine Bedeutung als Transport- und Handelsweg, womit auch ein erheblicher Bedeutungsverlust für Fort Niagara, das deshalb ein Jahr später aufgegeben wurde. 1826 spielte die verlassene Anlage eine Hauptrolle in einem Skandal um den ehemaligen Freimaurer William Morgan, der mit der Preisgabe von Geheimnissen seines Ordens dessen Zorn erregte und deshalb von Freimaurern entführt und zeitweilig im Pulvermagazin von Fort Niagara gefangengehalten wurde. Von hier verschwand er schließlich spurlos. Der Verbleib Morgans ist bis heute nicht bekannt. Der Fall spielte eine wichtige Rolle, um in New York und den USA Aversionen gegen die Freimaurer zu schüren. 1828 besetzte die US-Armee das Fort wieder, dessen Befestigungen nach Unruhen in Kanada 1837 und steigenden Spannungen in den Jahren darauf erheblich verstärkt wurden. Nach dem Abflauen dieser Spannungen war das Fort bis zum Ausbruch des Bürgerkriegs wieder zeitweilig nicht belegt. Aufgrund von Befürchtungen, dass Großbritannien auf Seiten der Konföderierten in den Bürgerkrieg eingreifen würde, begannen umfangreiche, wiederum nicht fertig gestellte Befestigungsarbeiten; Ab 1865 war das Fort wieder Standort einer Garnison, die unter anderen die von amerikanischem Boden ausgehenden Aktivitäten irischer Freischärler (Fenier) gegen Kanada zu unterbinden hatte, die zu erheblichen Spannungen zwischen den USA und Großbritannien geführt hatten. Fort Niagara blieb in der Folge ein Standort der US-Armee und wurde erheblich ausgebaut. Während des Kolonalkriegs auf den Philippinen (1899) diente es als Trainingscamp für Truppen vor dem Kampfeinsatz. Dieselbe Funktion hatte es auch während des Ersten Weltkriegs. Währenddessen zerfiel der historische Teil des Forts, bis schließlich 1927 die Old Fort Niagara Association, ein Zusammenschluss von am Erhalt des historischen Bauwerks interessierten Bürgern, die Restaurierung der Bauten und die Einrichtung eines Museums in die Hand nahm. Während des Zweiten Weltkriegs diente der neue Teil des Forts wieder als Ausbildungszentrum, teilweise auch als Kriegsgefangenenlager für Angehörige des deutschen Afrikakorps. Die bereits 1945 vorhandenen Pläne für eine endgültige Aufgabe von Fort Niagara wurden durch den Koreakrieg verzögert und erst 1963 umgesetzt.

Die komplette Anlage wurde nun von der Old Fort Niagara Association übernommen, die sie seitdem in Zusammenarbeit mit dem New York State Office of Parks, Recreation and Historic Preservation betreut. Die Anlagen wurden zur National Historic Landmark erklärt und damit unter Denkmalschutz gestellt. Die meisten Bauten des 19. und 20. Jahrhunderts riss man 1965 und 1966 ab, um das Gelände in einen Erholungspark umzuwandeln. Eine Station der US Coast Guard ist die letzte verbleibende militärische Einrichtung auf dem Gelände von Fort Niagara.

Hinterm Regenbogen lauert der Tod - Illegale Einwanderer kommen über Kanada

Mit neun Personen ist das kleine Gummifloß nachts auf dem Niagara unterwegs, nur 1.500 Meter von einer "Point of no Return" genannten Stelle. Von dort strömt und strudelt der Fluss unaufhaltsam auf die berühmten Wasserfälle zu, Umkehr für Boote ausgeschlossen. An Bord des Floßes: ein Pakistaner, seine schwangere Frau mit zwei kleinen Kindern, drei Inder und ein kanadischer Schleuser, der die Passagiere ans 800 Meter entfernte US-Ufer bringen soll.

Wasser umspült die Füße der Insassen des überladenen Floßes, der schwache Motor kämpft gegen die Strömung an. Am Ufer angelangt, klettern die Passagiere in der Dunkelheit von Bord und suchen Schutz hinter Gebüsch, um auf den Weitertransport zu warten. Doch Beamte der US-Grenzpolizei haben sie längst entdeckt, und wenig später befindet sich die gesamte Gruppe in Gewahrsam. Kein Einzelfall: Zwar kommen die meisten Flüchtlinge, die illegal in die USA gelangen wollen, über die südliche Grenze aus Mexiko, und hunderte kommen dort alljährlich in der sengenden Hitze der Wüste ums Leben. Doch immer mehr Menschen versuchen es auch aus Richtung Kanada.

Und auch dort ist das Risiko hoch. Das Gummifloß war noch eines der stabileren Gefährte, das Flüchtlingen als Transportmittel diente. "Trotzdem würde ich mich damit niemals auf den Niagara wagen", sagt Mike Przbyl von der US-Grenzpatrouille. Entlang der rund 6.500 Kilometer langen Grenze zwischen den USA und Kanada haben Flüchtlinge häufig mit großer Kälte zu kämpfen, und Brücken mit einladenden Namen wie "Peace" (Frieden) oder "Rainbow" (Regenbogen) erweisen sich als schwer überwindbare Hindernisse. Dokumentiert ist der Fall einer Peruanerin, die an Bord eines Güterzugs über eine der Brücken gelangen wollte und dabei unter dessen Räder geriet.

Geschichte
In der Vergangenheit war der Niagara River von großer strategischer Bedeutung als Teil des Wasserwegs vom Sankt-Lorenz-Strom über die Großen Seen in den Nordwesten der heutigen USA. Da es lange Zeit keine brauchbaren Landwege gab, spielten diese Wasserwege bei Krieg und Handel eine entscheidende Rolle. Die Niagara-Fälle wurden auf dem Land umgangen. Erste französische Befestigungen entstanden 1679, Fort Niagara als erster dauerhafter Posten 1726. 1759 wurde Fort Niagara von den Briten erobert, die von dort aus ihre Herrschaft über die Niagara-Region während des Pontiac-Aufstands und während des Amerikanischen Unabhängigkeitskriegs absicherten. Das Land beiderseits der Ufer war lange Zeit nur dünn besiedelt, neben einzelnen europäischen Siedlern und Händlern lebten dort vor allem die Indianerstämme des Irokesenbundes. Obwohl der Unabhängigkeitskrieg 1783 beendet wurde, räumten die Briten Fort Niagara erst 1796 nach dem Abschluss des Jay-Vertrags. Zu Sicherung der kanadischen Grenze entstanden auf dem anderen Ufer Fort George sowie Fort Erie. Das Aufblühen der Siedlungen am Niagara, das mit einer Verdrängung der Indianer einherging, wurde durch den Krieg von 1812 unterbrochen, während dem die Region ein Hauptschauplatz der Kampfhandlungen war. Die USA unternahmen zwischen 1812 und 1814 mehrere vergebliche Invasionsversuche nach Kanada, eine Reihe von Schlachten spielte sich in unmittelbarer Nähe des Flusses ab, darunter die Schlacht von Queenston Heights vom 13. Oktober 1812. In den Städten und Ortschaften auf beiden Seiten kam es während des Kriegs teils zu schweren Zerstörungen. Während die Amerikaner u.a. Newark (heute Niagara-on-the Lake) niederbrannten, zerstörten britische Truppen vom 1813 eroberten Fort Niagara aus die amerikanischen Siedlungen in der Nähe. Nach dem Ende des Kriegs gelang jedoch ein rascher Wiederaufbau. Seine Bedeutung für den Verkehr verlor der Fluss erst durch die Anlage des Eriekanals.





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