Mythos Alcatraz
Willkommen
....im geheimnisvollen Alcatraz…oder „Hellcatraz“, wie es von manchen
Insassen genannt wurde. Die Geschichte beginnt oder endet nicht mit der
Nutzung von Alcatraz als Gefängnis; die Insel war bereits den Indianern
bekannt als ein Platz, der böse Geister beherbergte, und wurde deshalb
von ihnen gemieden. Die Geister derer, die auf „The Rock“ kamen und ihn
niemals wieder verließen blieben zurück für die Besucher aus aller
Welt, die sie sehen, spüren und sogar hören können. Alcatraz ist ein
Portal in eine andere Dimension, wo noch immer unerklärliche Ereignisse
stattfinden.
Alcatraz - The Rock
....war das „Gefängnis der Gefängnisse“. Gesetzlose und Verbrecher wie
Al Capone und ‚Machine Gun’ Kelly fanden hier das Ende ihrer Laufbahn.
Jahrelang wurden hier im nebelumhüllten, abgelegenen Alcatraz die
gefährlichsten Kriminellen vom Rest der Welt weggeschlossen. Seit es
1963 geschlossen wurde glauben viele, dass dort nun ihre Geister
gefangen sind!
Wer oder was
....auch immer im Schatten lauert ist hörbar, sichtbar und spürbar.
Parapsychologen vermuten dass hier, wo es soviel seelische Qual und
negative Gefühle gab, eine Restenergie sein muss…und Alcatraz
vermittelt das Gefühl eines immens heimgesuchten Geländes, komplett mit
Nebel und ruhelosen Geistern. Auch wenn die Flamme für Alcatraz schon
lange erloschen ist, seine Legende wird es niemals sein.
Vor seiner Entdeckung durch die Europäer war Alcatraz ein öder weißer
Felsen - weiß von den Exkrementen der Pelikane - deshalb bekam er von
den Spaniern den Namen „La isla de los alcatraces“, die Insel der
Pelikane.
Erst um 1850 wurde festgestellt, dass man diese winzige Insel als
wichtigen Verteidigungspunkt nutzen konnte. Schließlich entschied das
Militär, dort eine Festung zu errichten für den Fall, dass ein fremdes
Schiff in unfreundlicher Absicht versuchen würde, in die Bucht
einzudringen. 1854 begann das Ingenieurskorps der Armee damit, ein
uneinnehmbares und imposantes Gebäude zu errichten. Die Kosten für die
ursprüngliche Konstruktion wurden auf $300.000 veranschlagt, was jedoch
nicht die Beeinträchtigung durch Wind, Regen, Nebel, starke
Meeresströmungen , Wasser- und Vegetationsmangel mit einschloß. Hinzu
kam noch dass es nur eine Stelle gab, über welche man
Ausrüstungsgegenstände sowie Versorgungsgüter anlanden konnte.
Der Bau begann mit der Errichtung eines behelfsmäßigen Hafens für die
Versorgung, gefolgt von Holzbauten; Läden, Lagerhäusern, Baracken und
Büros. Jene, die in den Goldfeldern kein Glück gehabt hatten, wurden zu
widerwilligen Arbeitern auf Alcatraz. Die Arbeitertruppe schlug Straßen
aus dem Fels, während die Festung langsam Gestalt annahm. Es war nur
noch eine Frage der Zeit, bis auf der Insel Menschen leben würden.
Im Jahre 1857, während eine Mannschaft entlang der Straße Gräben
aushob, begrub ein niedergehender Felsen von 5355 Kubikmetern Größe ein
Arbeiterteam unter sich: Der 50jährige Daniel Pewter aus Irland und der
25jährige Deutsche Jacob Unger waren die ersten bekanntenTodesfälle von
Alcatraz.
1859 , an einem kalten Dezembertag, traf die Dritte Artillerie mit
einer Gruppe von elf unbekannten Soldaten der Kompanie H auf Alcatraz
ein - die ersten Häftlinge, die in den Zellenräumen im Keller des
Wachhauses (für nicht in den Armeeunterlagen dokumentierte Verbrechen)
eingesperrt wurden. Alcatraz war nun voll funktionsfähige Festung und
Gefängnis.
Am 27. August 1861 wurde Alcatraz zum offiziellen Militärgefängnis für
die gesamte Pazifik-Abteilung ernannt. Die Lebensbedingungen waren
hart. Die Männer schliefen Seite an Seite, Kopf an Fuß, auf den blanken
Steinböden. Es gab weder fließendes Wasser noch Heizung in den Zellen,
sanitäre Einrichtungen existierten so gut wie gar nicht und Krankheiten
grassierten. Nach dem Bürgerkrieg wurden Sympathisanten der
Konföderierten (Südstaaten) gefangen genommen, als sie den Tod
Präsident Lincolns feierten, und nach Alcatraz geschickt. 1868 erklärte
die Armee Alcatraz zum Gefängnis für militärische Straftäter und Gegner
der Gesellschaft.
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert wurden Indianerhäuptlinge und
Stammesführer aus Arizona zusammen mit einigen der schlimmsten Diebe,
Deserteure, Vergewaltiger und Fahnenflüchtigen eingesperrt.Alcatraz
wurde wieder zu einer „Besserungsanstalt“ für „Unverbesserliche“ der
US-Armee; aber auch ein Kurort, wo sich Rückkehrer aus dem
Spanisch-Amerikanischen Krieg erholen konnten.
Die zunehmenden sozialen Unruhen der 1920er und 1930er sowie der
rasante Anstieg der Kriminalität in Amerika erfüllten die karge Insel
mit neuem Leben. Dreiste Fluchten, Morde unter Gangstern und eine Reihe
von Krawallen waren eine Bedrohung für ein normales Gefängnis. Der
Generalstaatsanwalt Homer Cummings unterstützte J.Edgar Hoover in
seinen Bemühungen eine Möglichkeit zu finden, zukünftigen Kriminellen
Angst einzujagen indem man einen Platz schaffte, an dem Gefangene
sicher untergebracht und kontrolliert werden konnten und sie keine
Möglichkeit zur Flucht hatten. Während des Jahres 1934 wurde Alcatraz
ein ausbruchsicheres Hochsicherheitsgefängnis, wohin nur die härtesten
Kriminellen überführt wurden.
Die ersten Insassen der neu eingerichteten Haftanstalt erhielten die
Nummern 1 - 32, mit Frank Bolt als demjenigen der staatlicher Häftling
Nr. 1 wurde, er hatte eine Strafe von 5 Jahren für Sodomie zu verbüßen.
Ihm folgten Charles Copp (Raub und versuchte Körperverletzung), Leon
Gregory (Raub, Körperverletzung), Joseph Harrison (Sodomie), Ralph
Hills (Raub und Körperverletzung), Albert Hoke (Raub), Alan Hood
(Sodomie) und Frederick Holme (Sodomie), um die ersten zehn Insassen
einmal aufzuzählen. Al Capone war die erste Berühmtheit im ersten Zug
nach Alcatraz, er kam im August 1934 dort an. Ihm wurde die Nr. 85
gegeben.
Mit Maschinengewehren
....bewaffnete Aufseher stellten sicher, dass es kein Entkommen geben
würde. Für viele Verbrecher wurde Alcatraz zur Endstation ihrer
kriminellen Karriere und ihres Lebens. 29 Jahre lang machte die
nebelumhüllte Insel mit ihren feuchten, kalten Winden und der Isolation
Alcatraz zu einem der sichersten amerikanischen Gefängnisse. Das
Mauerwerk aus Stahl und Beton hielt die Männer erbarmungslos gefangen
in einem Leben der Entbehrungen, Regeln und Routine - es war fast
unerträglich. Wenn man dazu noch die Tatsache berücksichtigt, dass die
Häftlinge die vorüber fahrenden Partyboote hören und manchmal die
Lichter von San Francisco sehen konnten ist es nicht verwunderlich,
dass manche den Tod dieser Art der Isolation vorzogen. Die
Nichteinhaltung der Gefängnisregeln hatte einen Aufenthalt in Block D,
dem Trakt für „Sonderbehandlungen“, zur Folge. Hier konnten die
Häftlinge ihre winzigen Zellen nur einmal pro Woche für eine kurze,
zehnminütige Dusche verlassen.
Es gab eine Anzahl von Fluchtversuchen von Alcatraz, der blutigste
ereignete sich am 2. Mai 1946. Darin verwickelt waren Bernard Coy,
Joseph Cretzer, Sam Shockley, Clarence Carnes, Marvin Hubbard and Miran
Thompson. Dieser Fluchtversuch kostete das Leben von drei
Gefängnisinsassen und zwei Wachen, 17 Wachen und ein Häftling wurden
verwundet. Die nachfolgende Verhandlung führte zur Exekution zweier
Gefangener, die an dem missglückten Fluchtversuch beteiligt gewesen
waren.
Generalstaatsanwalt Robert Kennedy schloss am 21. März 1963 offiziell
die Tore von Alcatraz. Von 1963 bis 1969 war das Gefängnis unbesetzt.
Heute ist es Teil der Golden Gate National Recreation Area
(Golden-Gate-Naherholungsgebiet); fast eine Million Besucher jährlich
bezahlen dafür, „The Rock“ besichtigen zu dürfen.
Der Ruf von Alcatraz, so solide wie der Fels auf dem es gebaut wurde,
repräsentiert eine bleibende Erinnerung daran, dass niemand über dem
Gesetz steht; für manche ist es eine ewige Rückzahlung für ihre
Verbrechen gegen die Menschlichkeit - eine Art paranormales Gefängnis.
Hier einige der Geschichten:
Während des Besuches des Teams einer Fernsehshow (Sightings) 1992
bestätigten mehrere Mitglieder des Park-Personals die Spukgeschichten
über das Gefängnis. Viele Ranger hatten Erfahrungen gemacht, z. B.
unerklärliches Poltern, Zellentüren die sich auf mysteriöse Weise
schlossen, unirdische Schreie und das intensive Gefühl, beobachtet zu
werden. „Sightings“ bat das Medium Peter James darum, durch Teile des
verlassenen Gefängnisses zu gehen, um seine eigenen Eindrücke zu
sammeln. James begann mit den Stimmen der gefolterten Seelen derer, die
seit der Gefängnisgründung verrückt geworden waren. Er nahm auch
ungewöhnliche Vibrationen von Misshandlung, Missbrauch, Angst und
Schmerz wahr. Sein Gesamteindruck war der, dass er noch nie zuvor einen
Platz gekannt hatte, an dem eine so unvergleichlich starke Energie wie
diejenige existierte, die mit hartnäckiger und überwältigender
Intensität die Insel umgab.
Einige der mehr bespukten Orte auf Alcatraz scheinen das Warden’s Haus,
das Hospital, die Waschküche und der Durchgang zum Zellenblock „C“ zu
sein, wo die Häftlinge Coy, Cretzer und Hubbard während eines
Fluchtversuches im Jahr 1946 starben.
Der am meisten von Spuk heimgesuchte Bereich ist der Zellenblock ,D’,
oft auch Solitary (Einzelhaft) genannt. Die meisten, die sich dort
aufhalten, bekommen ein plötzliches Gefühl von Intensität, welche
Zellen und Korridore erfüllt. Einige Ranger lehnen es ab, dort alleine
hinzugehen. In den Zellen herrscht eine intensive Kälte, es ist sehr
viel kälter als normal - besonders in der Zelle 14D. Diese Zelle ist
manchmal so kalt, dass selbst das Tragen einer warmen Jacke kaum hilft
- die Umgebung ist sogar 20°C wärmer. Es ist also nicht verwunderlich,
dass dieser Bereich auch „the Hole“ (das Loch) genannt wird.
Als die Autoren Richard Winer und Nancy Osborn Alcatraz besuchten,
wagten sie sich zusammen mit einem Park Ranger hinunter in den
Zellenblock ,D’. Als Osborn die Zelle 14D betrat, konnte sie sofort
starke Vibrationen spüren, die aus dieser Zelle kamen. Winer und der
Ranger folgten Osborn, und innerhalb von Sekunden spürte jeder ein
intensives Kribbeln in Händen und Armen; sie waren davon überzeugt,
dass sich etwas oder jemand mit ihnen dort aufhielt. Die entfernte Ecke
der Zelle, wo sie sich aufhielten und die intensive Energie spüren
konnten, war genau der Punkt an dem sich nackte, zitternde Gefangene
Nacht für Nacht in unbarmherziger Dunkelheit zusammengedrängt hatten.
Osborn sagte, sie hätte noch niemals an einem einzigen Punkt soviel
Energie gespürt.
Der berühmte Geisterjäger Richard Senate verbrachte zusammen mit einem
Medium für eine Radioshow eine Nacht in Alcatraz. Sie wählten die Zelle
von Al Capone als vorübergehenden Aufenthaltsort.
Laut Senate schienen während des Fortschreitens der langen Nacht
Emotionen aus allen Ecken von Alcatraz zu tropfen. Er und das Medium
besuchten die Punkte, von denen Ranger sagten, dass sie dort Schritte
gehört hatten und das Scheppern von Metall; wie auch immer, nichts
passierte. Zum Schluß sperrte sich Senate selbst in die Zelle 12D wo
Gerüchten zufolge ein böser, hartnäckiger Geist wohnen soll. Als die
dicke Stahltür geschlossen war, spürte Senate eisige Finger an seinem
Hals, sämtliche Haare standen ihm zu Berge. Er wusste, er war nicht
alleine. Außerdem sah das Medium die verstümmelten, ineinander
verschlungenen Körper von uniformierten Männern. - Beide verließen die
Insel, davon überzeugt, dass Alcatraz seine eigene, besondere Energie
besitzt.
Laut Antoinette May treten viele der paranormalen Aktivitäten auf
Alcatraz an den Orten auf, die man mit den schlimmsten Tragödien der
Haftanstalt in Verbindung bringt. Einer davon ist der
Versorgungskorridor in Block C und die Zellenblöcke A und B; am
unheimlichsten ist es rund um die Zelle 14D, dort ist es auch immer
kalt. Nach Aussage von May untersuchte das begabte Medium Silvia Brown
in Begleitung eines CBS-Fernseteams Teile von Alcatraz. Als Brown sich
im Gefängnishospital aufhielt sammelte sie Karten auf; es gab an die
Wand geheftete Notizen - und den Buchstaben „S“. Ein Ranger bestätigte,
dass das S möglicherweise für den Häftling Robert Stroud stand, der
zehneinhalb Jahre im Gefängnishospital verbracht hatte - in genau dem
Raum, wo sie sich gerade befanden. Er hatte Hunderte von Notizen und
Karten rund um sich herum an den Wänden angebracht. Brown nahm starke
Energien sowohl im ehemaligen Behandlungszimmer als auch in der
Gefängnis-Waschküche wahr, in der mindestens ein Häftling umgebracht worden war.
Co-Autor Michael Kouri besuchte Alcatraz im Juli 1984 zusammen mit
seinem Onkel. Nach einigen einleitenden medialen Eindrücken erreichte
Kouri Zelle 14D und ging hinein. Zuerst fühlte er ein Kribbeln, das an
den Fingerspitzen begann; dann erfasste ihn ein sehr intensives Gefühl
von Kälte. In einer Art leichter Trance begann er mit einem
kleinwüchsigen Mann mit kahlrasiertem Kopf zu kommunizieren, der in
„the hole“ eingesperrt gewesen war. Der Geist „erzählte“ voller
Schmerz, wie er einst misshandelt worden war; seine Beine waren von
Wachen gebrochen worden und er wurde in Einzelhaft gesteckt - er hatte
lautstark mit einem anderen Häftling gestritten - dies alles geschah im
Jahr 1939. Kouri versuchte dann, die arme Seele ins Licht zu führen.
Ein ehemaliger Wachmann
....veröffentlichte seine Geschichten über Zellenblock D (speziell die
Zellen 12 und 14) - und die verbleibenden Reste einer erschreckenden
Energie im unterirdischen Teil des Gefängnisses. Während seines
Dienstes Mitte der vierziger Jahre wurden die Häftlinge oft in eine der
14 Zellen des D-Blocks eingesperrt. Die Zellen 9 - 14 wurden „the Hole“
(das Loch) genannt, weil sie keine Fenster hatten; das einzige Licht
konnte von den Wachleuten ausgeschaltet werden. Die Dunkelheit ließ die
Räume wie ein Loch im Boden erscheinen - deshalb diese Bezeichnung.
Einmal wurde ein Gefangener im „Loch“ eingeschlossen und begann
innerhalb von Sekunden laut zu schreien, jemand mit glühenden Augen
würde sich bei ihm in der Zelle befinden. Legenden über einen Geist in
Kleidern aus dem späten 19. Jahrhundert machten in den dunklen
Korridoren die Runde; sie waren eine ständige Quelle für Streiche, die
sich die Wachleute untereinander spielten. Die Proteste der Häftlinge
gegen „Angriffe“ wurden deshalb ignoriert.
Die Schreie des Mannes setzten sich fort bis in die Nacht, bis
schließlich Ruhe einkehrte. Am folgenden Tag kontrollierten die
Wachbeamten die Zelle - und fanden den Gefangenen tot vor; sein Gesicht
war in grenzenlosem Entsetzen erstarrt, und an seinem Hals fand man die
Abdrücke von Händen…
Die Autopsie ergab, dass die Würgemale keine selbst zugefügten waren.
Einige sagten, er wurde von einem Wachmann erwürgt, der seine Schreie
nicht mehr ertragen hatte; keiner der Beamten gab dies jemals zu, oder
beschuldigte einen seiner Kollegen.
Andere glaubten dass es der böse, ruhelose Geist eines früheren
Häftlings war, der seine Rache an anderen, hilflosen Seelen verübte. Zu
diesem mysteriösen Vorfall kam noch etwas hinzu; am Tag nach der
Tragödie ließen die Wachleute die Häftlinge für eine Zählung
aufmarschieren und es wurde einer zuviel gezählt. Am Ende der Schlange
sahen die Guards (Wachleute) einen überzähligen Körper - den des am Tag
vorher umgekommenen Häftlings… Als alle ihn fassungslos anstarrten,
löste sich der geisterhafte Gefangene in Luft auf.
Eine ganze Anzahl von Wachleuten machten im Zeitraum von 1946 bis 1963
hin und wieder seltsame Erfahrungen. Von den äußersten Rändern bis zum
Grund der tiefsten Höhlen hörte man ständig Leute reden, stöhnen und
schluchzen; man nahm schreckliche Gerüche und kalte Punkte wahr und sah
das „Ding“ mit den glühenden Augen. Sogar Gruppen von
„Phantom-Häftlingen“ und „-Soldaten“ erschienen vor den Augen von
erschrockenen Wachbeamten und Gästen sowie Familien, die auf der Insel
lebten.
Manchmal erschien der alte Leuchtturm (der schon lange abgerissen war)
in einem diffusen Nebel, begleitet von einem geisterhaften Pfeifton und
einem grünen zuckenden Licht, das über die Insel leuchtete; so als ob
der Leuchtturm noch in Betrieb sei. Die Erscheinung verschwand dann
wieder vor den Augen der vor Schreck erstarrten Beamten und Besucher.
Kanonenschüsse und Gewehrfeuer veranlassten oft Wachleute dazu, sich
flach auf den Bauch fallen zu lassen in der Annahme, es seien Häftlinge
ausgebrochen und in den Besitz von Waffen gelangt. Es fand sich nie
eine Erklärung für die seltsamen Vorfälle. Eine verlassene Waschküche
füllte sich manchmal mit starkem Rauch, als ob etwas in Flammen
aufgegangen wäre. Der erstickende Rauch vertrieb die Wachleute aus dem
Raum; nachdem sie ihn einige Minuten später wieder betraten, war der
Qualm verschwunden. Die Erscheinung dieses geisterhaften Rauches trat
im Laufe der Jahre oft auf.
Sogar Warden Johnston (der nicht an Geister glaubte) nahm während einer
Tour von Gästen die er durch die Örtlichkeiten begleitete, die
unverkennbaren Geräusche einer schluchzenden Frau wahr, so als ob sie
aus den Wänden des Verlieses kämen. Als ob das nicht genug wäre blies
plötzlich ein eiskalter Wind durch die Gruppe und ließ sie bis auf die
Knochen schaudern, genau in dem Moment als das Schluchzen aufhörte. Die
Reste des mittlerweile ausgebrannten Warden-Hauses waren seit den
vierziger Jahren auch ein Fokus-Punkt für Sichtungen. Während einer
Weihnachtsfeier wurden einige Wachleute schaudernd Zeugen der
Erscheinung eines Mannes in grauem Anzug, mit breitkrempigem Hut und
langen Koteletten. Als die Männer die Gestalt sahen wurde der Raum
eisig kalt, das Feuer im Ofen wurde gelöscht und, nach weniger als einer Minute, verschwand der Mann.
Das sind nur einige der Geschichten über den Spuk in Alcatraz. Wenn Sie
die jetzt die verlassenen Korridore dieses weltberühmten Gefängnisses
besuchen, tun sie das mit wachem Geist und bereiten Sinnen; vielleicht
hilft Ihnen Ihr sechster Sinn dabei, einige der vielen Geister, die
Alcatraz bewohnen, aufzuspüren.
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